HTC Desire 12+ Fan-Test: Eindruck eines Poweruser!  

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SmartphoneGuru
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HTC Hero
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17.10.2018 14:45  

HTC hat in diesem Jahr seine preisgünstige Smartphone-Reihe mit zwei Neuzugängen der langlebigen Desire-Serie – dem Desire 12 und dem Desire 12+ – wiederbelebt. Die Desire-Serie ist dafür bekannt, dass sie erstklassige Funktionen in einer preiswerten, aber unauffälligen Form bietet. HTC möchte mit den Desire 12 und 12+ nun einen neuen Effekt der Begeisterung erzielen, indem er große Bildschirme, hochwertiges Design und stärkere Verarbeitungsqualitäten zu geringeren Kosten anbietet. Wie ihm dies geling lest Ihr hier in meinem Review.


Design – High-End Optik trifft Einsteigerklasse!

Während HTCs Desire-Geräte damals noch mit einem matten Kunststoff-Gehäuse daher kamen, setzen die Taiwaner beim Desire 12 und 12+ auf glänzendes Acrylglas, und damit auch die mit der U-Serie eingeführte Designsprache, konsequent fort. Im Vergleich zum HTC Desire 12 ist das HTC Desire 12+ mit Maßen von 158.2 x 76.6 x 8.4 mm etwas höher und breiter, und bringt mit seinen 157,5g ca. 20 Gramm mehr auf die Waage, als der kleinere Bruder. Am HTC Desire 12+ kann man sehr gut erkennen, dass 18:9-Displays nun auch in der Mittelklasse Einzug erhalten. Beide Desire-Geräte kommen mit einem SLCD-Panel in HD+-Auflösung, mit 1.440 x 720 Pixeln, daher. HTC verbaut im Desire 12+ den Snapdragon 450 von Qualcomm mit acht Kernen, dessen maximale Taktung bei 1.8GHz liegt. Zudem sind – für die Mittelklasse üppige –3GB RAM verbaut.

Auf den ersten Blick, und diese Meinung teilen einige mit mir, die das Gerät bereits gesehen haben, ist nicht zu erkennen, dass es sich beim Desire 12+ um ein Gerät an der Grenze zwischen Low-End und Mid-Range handelt – denn es sieht von außen einfach unglaublich hochwertig aus.

Display – hell & in modernem 18:9-Format!

Das farblich knackige 6″ Display des HTC Desire 12+ erreicht, bei der vorliegenden HD+-Auflösung von 1440 x 720 Pixeln, eine Pixeldichte von ca. 281 ppi. Das Seitenverhältnis von 18:9 ist ideal für die Anzeige von Inhalten, und sorgt obendrein auch bei der Desire-Reihe für schmale Ränder, so dass Ihr mehr Bildschirm für Euer Geld bekommt. Mag es auch hier kein AMOLED-Dispaly sein, leistet es dennoch gute Arbeit, und sorgt damit für natürlich aussehende Farben und detailreiche Bilder.

Die Blickwinkelstabilität ist durchweg gut und die – für ein LCD Panel – hohe maximale Helligkeit erlaubt auch die Nutzung im Freien bei sonnigen Lichtverhältnissen. Wer die Farbwiedergabe Out-of-the-Box als etwas zu blass empfinden, kann dies auch beim Desire 12+ in den Systemeinstellungen per Schieberegler individuell anpassen, und sich entweder für eine „kältere“ oder „wärmere“ Darstellung entscheiden.

Was die Berührungsempfindlichkeit angeht, gibt es beim Bildschirm des Desire 12+ nichts zu meckern: Er reagiert präzise und gut auf Fingereingaben.

Kamera – Bestes Ergebnis ihrer Klasse

Im Bereich der Kamera kehrt HTC auch beim HTC Desire 12+ auf einen alten Weg zurück, und verbaut bei seinem Einsteiger-Gerät eine Dual-Hauptkamera. Diese verfügt über einen 13 MP Sensor inklusive OIS, sowie PDAF. Der zweite Sensor ist ein 2 MP Sensor. Während High-End-Flaggschiffe ihre zweiten Sensoren zum Zoom verwenden, gibt es den zweiten Sensor beim Desire 12+ jedoch nur für die Aufnahme von Tiefenschärfe, d.h. für kunstvolle Bokeh-Effekte.

Die hintere Knipse stellt sich dabei als ziemlich beeindruckend heraus, aber um dorthin zu gelangen, bedarf es kleinerer Anstrengungen. Die Kamera-Anwendung ist mit Verzögerungen behaftet, und die Belichtungszeiten sind auch bei Tageslicht nicht gänzlich perfekt. Befindet Ihr Euch aber in einer gut beleuchteten Umgebung, könnt Ihr definitiv sehr schöne Aufnahmen machen. Die Bilder wirken lebendig, ohne dunkel oder stumpf zu werden, neigen manchmal jedoch dazu Farben etwas zu satt darzustellen. 
Ein HDR-Modus ist ebenfalls mit an Bord. Wie der Optische Bildstabilisator ist jedoch auch dieser im Einstellungsmenü versteckt, und muss zunächst gefunden, und aktiviert, werden. Hat man den Dreh hier einmal heraus, funktioniert dies allerdings sehr gut. Wenn man sich beim ersten Setup ein wenig Zeit lässt, ist auch diese Option ein echter Mehrwert.

Ein echter Kampf für das Desire 12+ sind jedoch Low-Light-Szenarien, was jedoch ein häufiger Nachteil im Bereich der Low-End- und sogar Mid-Range-Smartphones ist. Die Kamera braucht hier mehr Zeit zum Scharfstellen.

Für Liebhaber von Selfies und Porträtaufnahmen birgt die Kamera einen Auto-Bokeh-Modus, den Ihr per Schieberegler stufenlos selber in seiner Intensität einstellen könnt. Videos zeichnet das HTC Desire 12+ in FullHD mit 30fps auf. Bei der Selfiekamera ist eine FullHD Aufnahme ebenfalls möglich. Sie ist ein 8 MP Sensor, mit OIS, EIS und HDR-Boost, einem festen Fokus und einem echten 2-Tone LED Blitz. 
Das HTC Desire 12+ bietet, abgesehen von den grundlegenden Kameramodi, nicht viel. Es gibt keinen echten manuellen Modus für Enthusiasten, die mehr Kontrolle wünschen. Alles in allem kann die Kamera jedoch sehr überzeugen, und die Mitbewerber in diesem Marktsegment in den Schatten stellen.

Android OS & Features – Android 8.0 & durchschnittlicher Sound

Das Desire 12+ kommt mit Android 8, Project Treble in der A-only Variante, und Google-Sicherheitspatch vom 01. März 2018 – zum Zeitpunkt meines Tests. Wie üblich gibt es HTCs Sense-Oberfläche noch obendrauf.

Der Lautsprecher des Desire 12+ klingt zwar ganz ordentlich, prinzipiell aber etwas dünn im Gesamtsound. Dies liegt wahrscheinlich insbesondere darin begründet, dass ich parallel das HTC U12+ im Test hatte - ein Vergleich wie Tag und Nacht, der natürlich stark hinkt. Allerdings hatte ich kein vergleichbares Gerät zur Hand, um ein wirklich objektives Bild von der Qualität zu erhalten. 
Die Gesprächsqualität beim Telefonieren hingegen ist gut. Der Fingerabdrucksensor des Smartphones funktioniert zuverlässig, wenn auch ab und an etwas langsam.

Prozessor & Speicher – Snapdragon 450 und eMMC 5.1

Beim Prozessor kommt der Snapdragon 450 OctaCore 64bit, mit einer Taktrate von 8 x 1.80GHz Cortex-A53 Cores, zum Einsatz. Ebenfalls Teil des diesjährigen SoC ist die Adreno 506 GP. Der interne Speicher ist mit 32Gb ordentlich bemessen, und lässt sich mit Hilfe einer externen microSD-Karte um bis zu 2TB erweitern. Diese passt obendrein zusätzlich zu zwei SIM-Karten mit in den entsprechenden Schacht, und muss sich ihren Platz mit der SIM02 teilen. Auch der Arbeitsspeicher ist mit 3GB RAM für ein Einsteigermodell üppig ausgestaltet, und sollte zu jederzeit für die üblichen Anwendungen im Alltag ausreichen. Hier besteht also kein Grund zur Klage.

In meinem Testzeitraum traten weder auffälligere Denkpausen und Hänger des Systems auf, noch hatte ich Probleme auch aktuelle und grafisch anspruchsvollere Games zu spielen. Wie üblich muss dabei im Zweifelsfall die Grafikqualität etwas heruntergesetzt werden – sofern das entsprechende Spiel dies nicht automatisch erledigt. Optisch sahen die Spiele jedoch allesamt noch zufriedenstellend aus. Es ist zwar kein ausgesprochenes Kraftpaket, aber immer noch schneller als die meisten Smartphones in dieser Preisklasse. Bestimmte speicherintensive Anwendungen können selbstverständlich beim Laden etwas länger dauern, als man – auch ich selbst – es von einem High-End Gerät gewohnt ist, aber dies ist auch nicht der angebrachte Vergleich.

Akku – 2965mAh mit QC!

Allzu große Sprünge kann der Nutzer mit einer Akkuladung zwar nicht machen, über den Tag bringt Euch das HTC Desire 12+ jedoch – auch bei starker Nutzung – problemlos, und Dank QuickCharge ist der Akku innerhalb von knapp drei Stunden wieder vollständig geladen.

Konnektivität – Dual-SIM mit Dual LTE Standby!

In Bezug auf die Konnektivität lässt das HTC Desire 12+ in seinem Marktsegment kaum Wünsche offen. Der neue Snapdragon 450 bietet Euch Cat 4 LTE, mit Downloadgeschwindigkeit von bis zu 150 Mbps, und Uploadgeschwindigkeit bis zu 50 Mbps. Zudem ist wahres Dual-LTE mit Dual Standby an Board, so dass bei der Dual-SIM Version beide eingesetzten Karten zeitgleich im LTE Netz eingeloggt sein können, und Ihr stets die volle Bandbreite beider Karten zur Verfügung stehen habt. Da eine Speichererweiterung zeitgleich möglich ist, bietet sich das Desire 12+ insbesondere als BYoD-Gerät (Bring Your own Device) im Arbeitsalltag an.

Im Wi-Fi Bereich liefert HTC mit 802.11 b/g/n im 2.4GHz Band den üblichen Einsteigerstandard, bei dem zwar der Standby Drain durch die Bank überzeugen kann, mir aber der 5GHz ein wenig fehlt. Kommen wir abschließend zu einem, bei Android Smartphones, meist kritischeren Thema: Bluetooth. Hier unterstützt der eingesetzte SoC den, etwas veralteten, Bluetooth 4.1 Standard. Dieser funktioniert beim HTC Desire 12+ jedoch tadellos, bei zugleich sehr geringen Verbrauchswerten. Alle Geräte in unserem Haushalt, zu denen eine JBL Flip 3, ein JBL E55BT On-Ear Headset, meine Moto 360 2nd Gen. Smartwatch und letztlich auch unsere Freisprechanlage im Skoda zählen, halten die Verbindung ohne Abbrüche und ohne Probleme bei der Daten-/Audioübertragung.

Leider setzt HTC beim HTC Desire 12+ nicht auf den modernen – durch den SoC durchaus unterstützten – USB-C-, sondern vielmehr auf den micro-USB-Standard. Dies mag jedoch daran liegen, dass man die Ausstattung in der Box für die beiden Schwestergeräte, das HTC Desire 12 und das Desire 12+, gleich halten wollte, und der MediaTek SoC des Desire 12 den USB-C-Standard noch nicht unterstützt. Außerdem ist dafür wieder ein 3.5mm Klinkenanschluss mit an Bord, was viele sicherlich freuen wird. Man sollte jedoch das recht einfach gehaltene Headset aus dem Lieferumfang schnell durch ein hochwertigeres Headset ersetzen, um in einen wirklich guten Musikgenuss zu kommen.

Das Thema wurde am vor 2 Monaten  4 times von SmartphoneGuru bearbeitet

PHONE: HTC U12+ (imedugl) - 1.30.401.2 - Full Stock
RETIRED: HTC Desire, Sensation, One X, One (m7), M8, M9, 10, U11, U Play, Flyer


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